6. Mai 2011

Ist Literatur noch notwendig?

Angesichts der modernen und breitgefächerten Medienauswahl stellt sich zweifelsohne die Frage, ob Literatur noch notwendig ist. Das gute alte Buch unterliegt im Zeitalter von Funk, Fernsehen und Internet einer immer stärker werdenden Konkurrenz. Zudem beansprucht Literatur eine Menge Platz. Ein Blick auf Bücherregale, oder in so manch einen Schrank, ist der beste Beweis.

Dennoch präsentiert die Literatur das geschriebene Wort so ausdrucksstark und gebündelt wie kein anderes Medium. Zudem ist das Buch mobil. Es kann unter den Arm geklemmt oder in die Handtasche gesteckt werden. Lesen geht überall, ob auf der Parkbank, im Freibad oder im Zug. Natürlich gibt es heute auch schon das mobile TV-Gerät, den Laptop oder das Smartphone. Doch hier bedarf es einerseits der Anschaffung dieser Technik, andererseits dem Hinzubuchen von mobilen Flatrates, Apps und Co., um die neuzeitlichen Innovationen auch optimal nutzen zu können. Literatur hingegen ist nach Kauf eines Buches sofort nutzbar. Dem Leser entstehen keine weiteren Kosten.

Neben diesen ersten, recht kurz gefassten, Vergleichsmomenten gibt es allerdings noch viele andere Aspekte, aus denen sich im Résumé ergibt, dass Literatur auch heute noch notwendig ist. Die Literatur ist ein ergänzendes Medium, und keins, das zu ersetzen ist. Das Fernsehen bietet Bild und Ton. Geschriebenes wird eher seltener präsentiert, es sei denn, dass ein Film oder Bericht in Originalsprache ausgestrahlt und die Übersetzung mittels Untertiteln geliefert wird. Ein Buch hingegen erzählt Wort für Wort eine Geschichte oder Handlung. Der Leser kann sich mit der Lektüre alle Zeit der Welt lassen. Schaut er sich aber die verfilmte Version eines Romans an, muss er die nächsten zwei Stunden vor dem Fernseher verweilen. Zudem ist das Lesen eines Buches eine aktive Beschäftigung, wohingegen das Fernsehen eine passive Unterhaltungsmethode darstellt. Der Zuschauer lässt sich “berieseln“. Das Wort kommt nicht von ungefähr.

Deutlich ist schon heute die Entwicklung zu erkennen, dass junge Leute mit der Rechtschreibung und auch der Fähigkeit, flüssig zu lesen, oft genug auf Kriegsfuß stehen. Menschen, die hingegen viel lesen, haben offenbar weniger mit diesen Defiziten zu kämpfen. “Learning bei doing“, scheint also immer noch die beste Methode zu sein. Lesen bildet nicht nur, es schult auch Auge und Gehirn. Die richtige Rechtschreibung ist kein Teufelswerk, sondern durchaus erlernbar. Das Lesen eines Buches ist mitunter überaus unterhaltsam. Gerade wenn es sich um eine interessante und spannende Lektüre handelt, steht das Vergnügen eindeutig im Vordergrund. Ganz nebenbei, eher im Unterbewusstsein, tut jeder Bücherwurm sich hinsichtlich seiner Deutschkenntnisse einen Gefallen.

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