26. November 2010

Patente in der Literatur, bei Visitenkarten und im Handwerk

Patente sind etwas schreckliches – im Handwerk wie in der Literatur. Beispiel: Du bist Grafikdesigner und erstellst eine Visitenkarte mit einem blauen Hintergrund und weißer Schrift, Zeilenabstand 1,5. Diese Visitenkarte hast du dir alleine erarbeitet und von nirgendwo kopiert. Der Kunde ist mit der individuell gestalteten Visitenkarte ebenfalls zufrieden. Doch plötzlich meldet sich jemand und behauptet, er habe ein Patent auf Visitenkarte mit eben diesem Format. Ist das fair? Das gleiche in der Literatur: Nehmen wir an, Du schreibst einen Artikel über eine Digitalkamera und veröffentlichst ihn. Leider kommt jetzt jemand daher und verklagt Dich wegen Patentverletzung, weil er ein Patent auf “ein Verfahren zur Informationsvermittlung auf Basis eines Hauptsatzes aus 10 Wörtern, darin eingebettet ein durch Kommas abgetrennter Nebensatz aus 6 Wörtern” hält. Du darfst Lizenzgebühren zahlen, weil Du genau so einen Satz in Deinem Artikel verwendet hast. Alternativ kannst Du einen horrenden Schadenersatz leisten und musst sämtliche Ausgaben Deines Artikels sofort zurückziehen. Wohlgemerkt, für ein Produkt Deines eigenen Geistes.

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